„Global GIS Day“ im St. Pöltner Rathaus

veröffentlicht um 18.11.2011, 05:11 von michaela Lindner-Fally
Experten brachten Schülern den Einsatz geographischer Informationssysteme näher

Auch heuer wieder präsentierte der Magistrat St. Pölten eine Leistungsschau eigener Errungenschaften, und stellte auch Unternehmen vor, die im Bereich GIS tätig sind. Als Oberbegriff hätte die „Flächennutzung im Wandel der Zeit und der Perspektive“ stehen können. Es wurde „unter“, aber auch „auf“ die Erde geblickt. Virtuelle Stromnetze wurden geplant und Großevents organisiert. Vizebürgermeisterin Susanne Kysela begrüßte die über 110 SchülerInnen und den begleitenden Lehrkörper der teilnehmenden St. Pöltner Schulen.

St. Pölten aus der Luft

In der Station Luftbildflug und Aufnahmetechniken lernten die SchülerInnen Qualitätsunterschiede von alten und aktuellen Orthofotos zu beurteilen. Mag. Siegfried Kamper vom Magistrat erklärte die Bildflugplanung und die dabei zu berücksichtigen Faktoren. Es wurde die Funktionsweise der digitalen Bildflugkamera Microsoft Ultracam X Kamera mit 136 Megapixel vorgestellt. Mit dieser Kamera wurde auch das Stadtgebiet aktuell beflogen, die Luftbildaufnahmen von 2011 sind bereits verfügbar. Ein Bildflug vom gesamten Stadtgebiet St. Pölten umfasst 3115 Luftbilder aus denen 420 Trueorthofotos berechnet werden, nur diese können dann mit anderen Datenebenen verknüpft werden. Anhand von ausgewählten entzerrten Luftbildern mussten die SchülerInnen Objekte im Stadtgebiet zuordnen. Es reichte allerdings nicht die Bilder nur räumlich zu verorten es musste auch das Flugjahr richtig bestimmt werden. Die SchülerInnen bedienten sich dazu den umfangreichen Möglichkeiten des Intranet GIS des Magistrates.

Verkehrsstrommessung und SIM-Karten-Ortung für Großevents

Die Station GIS und LBS (location based services) in der Eventplanung nahm das jährlich stattfindende Großereignis „Frequency“ zum Anlass ein wenig hinter die Kulissen der modernen Eventplanung zu schauen. DI Walter Heginger von der Firma GeoMarketing Gmbh (St. Pölten) referierte über Nutzen eines GIS bei der Planung eines derart großen Events. Genaue Flächenbilanzen, Ermittlung von „betroffenen“ Adressen rund um Bühnen, sind heute Voraussetzungen um Genehmigungen für derlei Veranstaltungen zu bekommen. Schlimme Ereignisse der letzten Jahre (Loveparade Duisburg) zeigen auch immer mehr, wie wichtig es ist, Verkehrsströme richtig einschätzen zu können.

Der A1 Mobil Traffic Data Stream von A1 ist hier ein Beispiel wie man Bewegungsmuster anhand anonymer SIM-Karten Ortung erstellen und vorhersagen kann.  Praxis am Gebiet der „location based“ Marketingaktionen bei Großevents (DocLX) hat auch das wiener Unternehmen SKILL 3d. Stefan Baloh  zeigte anhand einer anschaulichen „Livedemo“ wie social Media Kampagnen heute funktionieren können.

Schüler planten Trafostation

In die Rolle eines Technikers eines Energieversorgungsunternehmens schlüpften die SchülerInnen in der Station Standortplanung mit GIS. Rainer Wöber von der EVN Geoinfo GmbH suchte im Team mit den jungen "Kollegen" nach einem geeigneten Grundstück für die Errichtung einer Trafostation. Wo sind die schon bestehenden Leitungen? Können erforderliche Abstände zu Wohngebäuden eingehalten werden? Besteht eine Hochwassergefährdung? Fragestellungen, die mit dem Geografischen Informationssystem und dem Geodatenbestand der EVN rasch beantwortet werden konnten.

Auf Jahrtausenden alten Spuren mit modernster Technik

Am Domplatz wurden die Schülerinnen und Schüler vom Stadtarchäologen Dr. Ronald Risy über die heutigen modernen Dokumentationstechniken informiert. Auf der Grabungsstelle selbst werden mit Hilfe einer Totalstation (Vermessungsgerät und Notebook) die einzelnen Befunde eingemessen und direkt in AutoCad eingespielt und die einzelnen Punkte miteinander verbunden. Zusätzlich wird die Methode der Photogrammetrie, vor allem bei Mauern und Gräbern eingesetzt. Ziel ist es in Zukunft die bei archäologischen Grabungen anfallenden Daten im GIS zu verwalten. Als erster Schritt wurde begonnen einen archäologischen Fundkataster zu erstellen, dessen erster Teil bereits im Internetstadtplan der Stadt abgerufen werden kann.

 

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